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Kinderwunsch - alternativ zum Erfolg

Erfüllt sich der Kinderwunsch nicht, bieten auch Komplementär- und Erfahrungsmedizin Therapien  – und berichten immer wieder von Erfolgen.


Homöopathie

Das homöopathische Mittel gegen Unfruchtbarkeit gibt es nicht. «Die Homöopathie behandelt nicht ein Organ, sondern den ganzen Menschen, und Kinderlosigkeit hat viele Ursachen», sagt Dr. med. Peter Mattmann, Allgemeinmediziner mit Fachgebiet Homöopathie in Kriens LU. Am Anfang jeder Therapie steht ein ausführliches Gespräch mit der Patientin über ihre Person und ihre Vorgeschichte. Danach folgt die Suche nach dem individuell abgestimmten Medikament, mit dem in erster Linie die Selbstheilungskräfte aktiviert werden sollen. Weil homöopathische Medikamente so stark verdünnt werden, dass man darin kaum mehr Wirkstoffe findet, bezeichnen Kritiker die Methode als reines Placebo. Dennoch kann man den Körper einer Frau laut Peter Mattmann fast immer so weit ins Gleichgewicht bringen, dass sie die Menstruation wieder regelmässig bekommt. Nicht selten ist sie dann einige Monate später schwanger.


Traditionelle Chinesische Medizin, Akupunktur

Sie wird oft als begleitende Massnahme bei künstlicher Befruchtung eingesetzt, wirkt aber auch bei Frauen, die auf Reproduktionsmedizin verzichten wollen. «Am schnellsten schlägt die Behandlung an, wenn die Männer mitmachen», sagt Silvia Beusch vom Chinesischen Therapiezentrum in Adliswil, «aber nicht alle lassen sich davon überzeugen.»

Silvia Beusch stellt fest, dass Männer seltener als Frauen dazu bereit sind, sich auf die Alternativmedizin einzulassen. «Dabei liesse sich gerade die Spermienqualität damit teilweise erheblich verbessern», so Beusch. Paare mit unerfülltem Kinderwunsch behandelt die TCM-Spezialistin mit einer Mischung aus Akupunktur, chinesischen Kräutern und Ernährungsberatung. Einige sind inzwischen, ganz ohne Hormone und künstliche Befruchtung, glückliche Eltern.


Hypnofertility (Hypnose bei Kinderwunsch)

Diese Therapie ist bei uns noch weitgehend unbekannt, wird in England und den USA aber seit Jahren angewandt. Bei der Behandlung geht es in erster Linie darum, Denken und unbewusste körperliche Vorgänge durch gezielte Suggestion positiv zu beeinflussen. Nach einem Vorgespräch mit der Therapeutin folgen fünf bis sechs Sitzungen, während denen die Frauen in eine Art Trance versetzt werden. «Stellen sie sich in diesem entspannten Zustand bildlich und emotional vor, wie sich der Embryo einnistet, steigt die Schwangerschaftsrate nachweislich», sagt Katja Arturi, die in Wohlen eine Praxis für Hypnosetherapie und Kinderwunsch-Hypnose betreibt. «Hin und wieder geht es auch darum, Blockaden aufzulösen», sagt sie. Was genau dahintersteckt, muss die Therapeutin nicht in jedem Fall wissen. Oft reiche es, der Kundin den Auftrag zu geben, sich eine Strasse mit einem Hindernis darauf vorzustellen und sie aufzufordern, es in Gedanken zu zerstören.


Fussreflexzonen-Therapie

Hier geht man davon aus, dass sich in den Füssen der ganze Körper widerspiegelt. Die Behandlung besteht aus der gezielten Massage einzelner  Problemzonen und findet ausschliesslich an den Füssen statt. Die Methode hat einen guten Ruf, weil sie sehr entspannend wirkt – damit kann sie besonders Frauen mit Kinderwunsch helfen, bei denen keine organische Ursache vorliegt, sondern Anspannung oder Stress als Grund vermutet wird. «Es gibt immer wieder Frauen, die mir nach einigen Wochen Behandlung von ihrer Schwangerschaft erzählen», sagt Helene Hofer, Präsidentin des Verbandes Reflexzonen-Therapie am Fuss. Unterschieden wird zwischen Reflexzonen-Masseur und -Therapeut. Letzterer hat vor seiner Weiterbildung eine medizinische Ausbildung absolviert und damit ideale Voraussetzungen, auch Krankheiten zu behandeln.

 

Käther Bänziger




 
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