Ab ins Museum!
Schweizer Kunstmuseen haben erkannt, dass die Kinder von heute die Museumsbesucher, Kunstkenner und auch -Sammler von morgen sind. Hiesige Museen unternehmen daher viel, um unsere Kleinsten für Kunst zu begeistern.
Museum Tinguely, Basel
Im Museum Tinguely in Basel ist was los. Hier quietscht, kracht und rattert es, hier wird Kunst in Bewegung gesetzt. Ein Museum, das sich bestens für einen sonntäglichen Familienausflug eignet. Im Kinderclub, der jeden Mittwochnachmittag stattfindet, treffen sich die Kids, um Werke zu schaffen, die von Tinguelys kinetischer Kunst oder von einer Sonderausstellung inspiriert sind. Im Museum werden gemeinsam Werke betrachtet und im Atelier wird gebaut, gestaltet und mit unterschiedlichen Materialien experimentiert. Die Themen ändern von Mal zu Mal.
Manchmal werden die Kinder sogar zu Reportern, Dokumentarfilmern und Schauspielern vor den Museumskulissen beim Kinderclub TV. Die aussergewöhnlichsten Arbeiten – wie etwa der Hund Lulu mit seinem Fell aus alten Videobändern – werden regelmässig im Museum Tinguely ausgestellt. Seit Februar dieses Jahres hat der Kinderclub einen eigenen Raum im Museum beziehen können.
Museum Tinguely, Dienstag bis Sonntag, 11-18 Uhr
www.tinguely.ch
Zentrum Paul Klee, Bern
Kinder seien nicht weniger begabt als Künstler, hat Paul Klee einmal sinngemäss gesagt. Im «Creaviva», dem Kindermuseum des Klee-Zentrums, lässt sich das leicht überprüfen. Im «Offenen Atelier» gestalten Kinder und Jugendliche Kunstwerke unter professioneller Anleitung – die dabei angewandten Techniken beziehen sich natürlich auf Klees Werke. In der sogenannten «Fünflieberwerkstatt» können Familien jeden Sonntag kreativ tätig werden, und jeweils samstags treffen sich im «Kinderforum» die jungen Künstler, um sich gestalterisch so richtig auszutoben.
Selbst Kindergeburtstage können im Museum «Creaviva» bei Kunst und Kuchen gefeiert werden. In Zusammenarbeit mit der Musikschule Konservatorium Bern werden jüngst auch Kurse in Verbindung zwischen Kunst und Musik angeboten.
Zentrum Paul Klee «Creaviva», Dienstag bis Sonntag, Offenes Atelier: jeweils um 12, 14 und 16 Uhr (Dauer: 1 Stunde); Interaktive Ausstellung: 10-17 Uhr
www.paulkleezentrum.ch oder www.creaviva-zpk.org
Aargauer Kunsthaus, Aarau
Selbst Eltern von Kleinkindern sind im Aargauer Kunsthaus willkommene Gäste. Das zeigt sich am Angebot «Kunst-Eltern». Bei dieser regelmässig durchgeführten Veranstaltung können sich Mütter und Väter bei einem geführten Ausstellungsgang entspannt Kunst zu Gemüte führen und entscheiden, ob die Kleinsten sie auf ihrem Rundgang begleiten sollen oder nicht – Betreuung ist auf Wunsch vorhanden. Auf der Veranstaltung «Kunst-Pirsch» kommen Kinder zwischen 5 und 13 Jahren zum Zug: Sie werden auf ihrer «Forschungsreise» durchs Museum von Kunstvermittlerinnen begleitet und lernen dabei, über Kunst zu sprechen und Fragen zu den Werken zu stellen.
«Welches Tier begleitete den Naturforscher und Künstler Caspar Wolf jeweils in die Berge?» Dieser Frage gehen Familien auf der Veranstaltung «Kunst-Ausflug» nach. Neben dem Lösen von Rätseln werden Geschichten zu den Werken erfunden oder Begriffe gesammelt.
Aargauer Kunsthaus, Dienstag bis Sonntag, 10-17 Uhr; Donnerstag, 10-20 Uhr
www.aargauerkunsthaus.ch
Rosengart-Museum, Luzern
«Was ist denn das Komisches?» – Diese und viele andere Fragen werden im Museum Rosengart in Luzern von Kindern gestellt. Von Kindern wohlgemerkt, die als junge Kunstvermittler andere Kinder durch die Sammlung führen und ihnen Werke von Picasso und Klee näher bringen. Bei diesen Museumsführungen sind Erwachsene unerwünscht. Erwünscht sind allerdings viele Fragen. Denn auf dem sechzigminütigen Rundgang steht die Kommunikation im Zentrum. Und kommuniziert wird in einer Sprache, welche die Sieben- bis Elfjährigen verstehen. Gemeinsam werden die Bilder betrachtet und in Details zerlegt. Dabei profitieren beide Seiten, das kompetent vermittelnde Kinderteam wie auch die Kinder, die am Rundgang teilnehmen. Seit 2005 werden auch hör- und sehbehinderte Kinder von ihren Altersgenossen durch die Ausstellung geführt. Zur regelmässig durchgeführten Veranstaltung «Sehen & Verstehen» werden Eltern mit ihren Kindern sowie Grosseltern mit ihren Enkeln zu kindgerechten Führungen eingeladen.Rosengart-Museum, April bis Oktober: täglich 10-18 Uhr (inklusive Feiertage); November bis März: täglich 11-17 Uhr (inklusive Feiertage)
www.rosengart.ch
Kunsthaus Zürich, Zürich
Alberto Giacometti, Joseph Beuys, Roman Ondàk – wer sich total auf Kunst konzentrieren möchte, kann dies auf einem geführten Rundgang durchs Zürcher Kunsthaus auch ohne Kinder tun. Die öffentlichen Führungen für Erwachsene finden – wenn immer möglich – parallel zur Veranstaltung «Kunsthaus- Werkstatt» für Kinder und Jugendliche statt.
Im offenen Malatelier können sich die Kleinen in der Zwischenzeit so richtig austoben. Bei spontanen Museumsbesuchen mit Kindern sollte man an der Kasse unbedingt nach dem Familienführer «Kunstspürnase» fragen. Die aus der Sammlung entwickelte Reihe besteht aus fünf kindgerecht gestalteten thematischen Heften, die dazu anregen, über «Dinge und Pflanzen», «Himmel und Erde», «Menschen», «Tiere» oder das künstlerische Mittel «Farbe» nachzudenken. Von Illustrationen, Hinweisen oder Fragen animiert, begeben sich Eltern gemeinsam mit ihren Sprösslingen auf Spurensuche vor dem Original. Im «Kinderclub» ist man bereits ab drei Jahren willkommen: Die Drei- bis Sechsjährigen machen sich auf zur Drachenjagd, die Sechs- bis Zehnjährigen erfinden Geschichten zu den Werken, und ab den Zehnjährigen ist detektivischer Spürsinn gefragt.
Kunsthaus Zürich, Sa/So/Di, 10-18 Uhr; Mittwoch bis Freitag, 10-20 Uhr
www.kunsthaus.ch
Nicole Gutschalk








