Eine kleine Auswahl für Buch-Anfänger
Die Buchstaben sind gelernt, jetzt wartet die Welt der Texte. Erstlesebücher sind ein geeigneter Einstieg. Nur – welche sind gut? Und wie erkennt man sie?

Jedes 3. Kind im Primarschulalter liest über eine Stunde täglich. (Bild: iStockphoto)
Nur – wie wird aus einem leseneugierigen ein lesebegeistertes Kind? Das entscheidet sich daheim. Jungen und Mädchen lernen in der Schule das ABC, doch zu Hause fallen die Würfel: Leseratte oder Lesemuffel. Schmökern die Eltern in Büchern? Ist der Vater ein lesendes Rollenvorbild für den Sohn oder sind Bücher «Frauenkram», weil allein Mama für die Gutenachtgeschichte zuständig ist? Sind Artikel und Romane Gesprächsthemen in der Familie? Was steht in den Regalen? DVDs und Kerzenleuchter oder auch Gedrucktes? Kinder, für die Bücher zum Alltag gehören, werden lesen. Einen Einstieg bieten Erstlesebücher. Am besten GUTE Erstlesebücher mit:
- spannendem, alltagsbezogenem Inhalt
- grosser, lesefreundlicher Schrift
- sorgsamer Sprache
- einfacher Druckschrift
- ästhetischen Illustrationen, die den Text verschönern und beim Verständnis helfen
- kurzen Zeilen, möglichst nach Sinneinheiten getrennt
- einer Geschichte, die Kinder nicht verniedlicht, sondern ernst nimmt
Hex, hex!
Ursel Scheffler: «Die Hexenzwillinge», ars edition, Fr. 14.90
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Gertrud darf nicht in die Pfanne!
Cowboys, Coyoten, hysterische
Hühner und Geierbaby Gertrud,
das vor einem Schicksal als
Eierkuchen bewahrt werden muss,
sorgen für den Thrill. «Cowboy
Klaus und die harten Hühner»
ist nicht nur witzig und altersgerecht
spannend, sondern durch die
ga-ga-gackernden Sätze der
Hühner lernen Lese-Starter
genaues Hinsehen und wie sich
mit Sprache spielen lässt. Finden
auch Jungen toll.
Eva Muszynski/Karsten Teich: «Cowboy Klaus und die harten Hühner», Tulipan ABC Verlag, Fr. 13.90
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Flöhe und brennende Hosen
Die Warnung gleich vorweg: Das Buch strotzt vor lauter wörtlichen Reden. Dummerweise
ist die Geschichte von Rocco Randale, der sich bei seinem Hund mit Flöhen
ansteckt, aber nicht übersichtlich als Drama geschrieben wie Schillers Räuber,
sondern Dialog reiht sich an Dialog. Vor lauter wimmeliger Satzzeichen juckt es
einen nach drei Seiten am ganzen Körper, was aber auch am Flohthema liegen kann.
Das allerdings wird vielen Kindern ab acht Jahren gefallen: eklige Viecher, coole
Sprüche und Illustrationen, die schon ein bisschen so aussehen, als läse man ein
Buch für Jugendliche. Nicht jedermanns Geschmack, aber muss es ja auch nicht sein.
Alan MacDonald/David Roberts «Rocco Randale – Flohzirkus mit Würstchen», Klett Kinderbuch, Fr. 12.50
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Vom Bild zum Wort
Für alle, denen reiner Text
noch als zu schwere Kost
erscheint, bietet sich die
«Leseabenteuer»-Reihe der ars
edition an. Hier ersetzen ab
und an Bildchen das Wort oder
Wort und Bild werden nebeneinander
gestellt. Ob der
Bild-Schriftbild-Link wirklich
weiterhilft, mag dahingestellt sein;
jedenfalls fühlen sich Jüngstleser
nicht durch zu viel Text eingeschüchtert,
sondern die Bildchen
ermuntern, sich weiterzuhangeln.
Seiten mit Rätseln und Belohnungsstickern
senken die Buch-Hemmschwelle
zusätzlich. Übrigens gehen
Geschichten über die Feuerwehr
bei Jungen immer. So also wohl auch
«Paul und die Feuerwehr». Marlies Koenen: «Paul und die Feuerwehr», ars edition, Fr. 14.90
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Das Känguru macht muh
Malbuch? Lesebuch? Bei Cornelia Hausherrs
Buch «Im Zoo» aus der Pattern Books Reihe
weiss man es nicht so genau. Und genau
das ist der Trick. Der Übergang zwischen den
gewohnten Ausmalbüchern zum «richtigen»
Buch ist fliessend. Und da Kinder alles lieben,
was sich reimt, kommt ihnen die Gedichtform
entgegen. Das Beste: Der Text ist reiner
Nonsens: «Die Löwen fliegen durch die Luft.
Das Krokodil spielt Schach. Die Schlange
reitet durch den Zoo. Der Haifisch winkt vom
Dach.» Quatsch kommt immer gut. Solche
schrägen Reime hat man vielleicht von James Krüss schon eleganter gesehen,
aber es ist ja nicht verboten, den auch noch zu lesen. Cornelia Hausherr/Philipp Lehmann: «Im Zoo», VerlagKg.CH, Fr. 6.00
Lesedetektiv, übernehmen Sie!
Ein echter Klassiker. Mit der Dudenreihe «Leseförderung mit System» macht man garantiert nichts falsch. Sympathische Geschichten – wie hier bei «Grosser Bruder gesucht» – grosse Schrift, klare Bilder und: unten an der Seite Fragen der Lesedetektive zum Text. Kinder lieben es, Kriminalfälle zu lösen. Beim Lesen heraustüfteln zu können, welches Gemüse Emma am ekligsten findet, motiviert. Gleichzeitig lernen sie, dass Text nicht nur heruntergelesen, sondern auch begriffen werden muss.Beate Dölling/Didier Laget: «Grosser Bruder gesucht», Duden, Fr. 13.00
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«Das tut trillionenfach weher»
Wenn Sie ganz lieb zu Ihrem Kind sind, leiht es
Ihnen seine «Wilden Zwerge»-Bücher vielleicht
mal aus. Zum Schieflachen sind die Geschichten
um eine Horde chaotischer Kindergartenkinder
und deren merkwürdige Erlebnisse. Wie etwa
das mit der Erzieherin Frau Köhler, die sich ein
Bein bricht und jetzt wohl ein frisches aus dem
Krankenhaus-Ersatzteillager angeschraubt
bekommt. Wobei Richard allerdings findet, dass
seine Schmerzen, damals, als er den Bauch
gebrochen hatte, viel schlimmer waren, aber
doch nicht so schlimm wie Alex' Fingerschnitt:
der war wie trillionenmal Sterben. Mindestens.
Abstruse Geschichten, die liebenswerter
nicht sein könnten. Hier erfahren Kinder: Bücher
machen vor allem eines – Spass. Und Eltern
lernen: Man darf es sich nie mit seinen Kindern
verscherzen, denn eventuell möchte man sich
mal ein Buch von ihnen borgen. Meyer/Lehmann/Schulze (Bilder: Susanne Göhlich): «Die wilden Zwerge – der Unfall», Klett Kinderbuch, Fr. 13.90
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Erst ich ein Stück, dann du
Patricia Schröder: «Finna – Wikingermädchen auf grosser Fahrt», cbj-Verlag, Fr. 14.90
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Caren Battaglia










