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Wenn es ständig juckt

Wer Neurodermitis hat, wird häufig von Juckreiz geplagt. Neben Cremes und Salben mindern auch die richtigen Textilien das Leiden.


Es juckt, juckt und juckt: Neurodermitis mit den typischen geröteten, schuppenden oder nässenden Ekzemen ist oftmals kaum auszuhalten. Bei der chronischen Hauterkrankung, die sich häufig bereits im Babyalter bemerkbar macht, handelt es sich um eine in Schüben auftretende Überempfindlichkeitsreaktion des Immunsystems aufan sich harmlose Umweltstoffe. Wer Glück hat, wird die Neurodermitis eines Tages wieder los – manchmal von selbst, die Veranlagung jedoch bleibt. Dennoch:Die Symptome lassen sich behandeln. Oft werden dazu Cremes und Salben mit Wirkstoffen wie Kortison eingesetzt, welche das Immunsystem unterdrücken. Ausserdem gibt es neuere Medikamente, die gezielt die Entzündung behandeln. Doch auch spezielle Kleidung kann zum Wohlergehen von Neurodermitis-Betroffenen beitragen. Seit einiger Zeit sind beispielsweise silberhaltige Baumwolltextilien erhältlich: Silberionen bekämpfen entzündungsfördernde Bakterien wie Staphylokokkus aureus, die bei Neurodermitis in Überzahl auf der Haut vorhanden sind. Dadurch kann der Teufelskreis der gereizten Haut, in welche durch Kratzen und Reiben noch mehr Keime dringen, durchbrochen werden. Doch eine persönliche Kosten-Nutzen-Analyse lohnt sich, denn Silbertextilien (z.B. Platatex) sind weitaus teurer als übliche Kleider. So rät die Lenzburger Dermatologin Suzanne Freund vor allem bei schwerer Neurodermitis zu Silbertextilien. Für Kinder sind beispielsweise Overalls erhältlich.

Kritischer Blick in den Kleiderschrank

So oder so: «Es lohnt sich, einen kritischen Blick in den Kleiderschrank zu werfen», sagt Suzanne Freund. «Menschen mit Neurodermitis vertragen in der Regel am besten weiche, feine Kleider aus möglichst hundertprozentiger Biobaumwolle. Dies gilt auch für Babys und Kleinkinder mit Ekzemen.» Finger weg hingegen von dunkelblauer oder schwarzer Wäsche, da deren Farbstoffe häufig die Haut reizen. Oft gewaschene, fusselige Wäsche, die sich rau und starr anfühlt, kann die Haut aufgrund der mechanischen Reibung ebenfalls irritieren. Schlecht verträglich sind zudem, so die Hautärztin, synthetische Textilien. Da Etiketten und Waschzettel meistens aus Kunstfasern bestehen, sollten diese herausgeschnitten werden.


Besser nicht von Tieren

Textilien tierischer Herkunft wie Seide oder Wolle sind nicht so gut für die empfindliche Haut von Dermatitis Betroffenen geeignet. Doch spezielle Textilien (z.B. Dermasilk) aus Naturseide, welche mit der antimikrobiellen Substanz AEGIS veredelt wurde, haben überraschend positive Wirkungen gezeigt. Wie bei den Silbertextilien kann der Juck-Kratz-Teufelskreis durchbrochen werden. Zudem empfiehlt es sich, aufhautfreundliche Kleiderpflege zu achten. Normale Waschmittel können verwendet werden, auf Weichspüler ist jedoch zu verzichten.

Und wenn sich ein Kind trotz sorgfältiger Vorsichtsmassnahmen über Jucken beklagt, sei dies immer ernst zu nehmen, betont Suzanne Freund. «Denn wenn es juckt, dann juckt es, und es muss Abhilfe geschaffen werden!»
 

Alexandra Suter




Verschmähte Creme?

Ein wirksames Medikament, das nicht an die Patienten gelangt, weil keine Pharmafirma es herstellen will? Die Rede ist von einer Vitamin B12-Creme, die angeblich erfolgreich gegen Neurodermitis hilft. Ihre  Rezeptur wurde vor 20 Jahren von zwei Studenten entwickelt, doch wie es hiess, fand sich erst nach der Ausstrahlung der Dokumentation eine Firma, welche die Salbe auf den Markt bringt.

Das tönt unerhört, doch es gibt auch Grund für Zweifel an der Geschichte: So wird etwa kritisiert, dass der Wirksamkeitsnachweis der Salbe auf zu wenig Daten basiere. Zudem sei der Film womöglich ein PR-Coup für ein Produkt, das endlich Geld einbringen soll. Nun: Schädlich soll die Salbe nicht sein. Ob sie tatsächlich nützt, wird sich zeigen müssen.

Wichtige Adresse

Neurodermitis-Schulungen für Kinder und Eltern und Gratisbroschüre «Neurodermitis – Atopisches Ekzem»:

aha! Schweizerisches Zentrum für Allergie, Haut und Asthma
Scheibenstrasse 20,
3014 Bern,
031 359 90 00,
info@ahaswiss.ch
www.allergiehilfe.ch

 
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