Milchpulver unter der Lupe
Wer nicht stillen kann oder will, ist auf Säuglingsersatznahrung angewiesen. Doch, welches Produkt wählen?
Gleich vorweg: Noch haben es die industriellen Säuglingsmilchhersteller nicht geschafft, die Muttermilch exakt zu kopieren. Muttermilch enthält Inhaltsstoffe, die das Immunsystem erwiesenermassen positiv beeinflussen. In Pulvermilch sind diese Inhaltsstoffe nicht oder nur in kleineren Mengen enthalten.
Dennoch: Viel falsch machen können Eltern beim Kauf von Milchpulver nicht. Denn jede Babymilch muss den aktuellen Empfehlungen für die Zusammensetzung von Säuglingsanfangsnahrungen entsprechen. Diese ist im Speziallebensmittelgesetz detailliert und streng geregelt. So darf ein Säuglingsmilchpulver keine Krankheitskeime oder Schadstoffrückstände enthalten. Auch wer keine Bio-Produkte kauft, muss sich also nicht vor Schadstoffen fürchten. Für Neugeborene geeignete Muttermilchersatzpräparate werden mit «Pre» oder «Initial», «0+» und «Start» angeschrieben. Sie eignen sich als Muttermilchersatz in den ersten vier bis sechs Monaten.
Der Zusatz «Pre» kennzeichnet Säuglingsmilchnahrung, die in ihrer Zusammensetzung am besten an die Muttermilch angepasst ist. «Pre»-Nahrungen enthalten als einziges Kohlenhydrat Milchzucker. Die angerührte «Pre»-Milch ist dünnflüssig und ähnlich sättigend wie Muttermilch. Wann und wie viel ein Baby davon trinken darf, entscheidet es selbst, denn eine Überfütterung durch zu grosse Mengen oder zu viele Mahlzeiten ist nahezu ausgeschlossen. Säuglingsmilchnahrung mit der Ziffer «1» eignet sich ebenfalls ab Geburt als Muttermilchersatz. Sie enthält neben Milchzucker einen Zusatz von zwei Prozent glutenfreier Stärke. Das macht die Nahrung sämiger und sättigender als Muttermilch oder «Pre»-Milch.
Eltern, die Wert auf einen Milchersatz legen, der der Muttermilch sehr ähnlich ist, wählen am besten ein Produkt mit vielen Zusätzen. Diese werden nach neusten Forschungsergebnissen zusammengestellt und enthält Inhaltsstoffe wie die Aminosäuren Taurin und Glutamin, Omega-3-Fettsäuren, Polyamine oder Nukleotide. Bio-Milch hat weniger Zusätze – den gesetzlichen Vorschriften entspricht sie aber trotzdem.
Da es den Herstellern seit 2008 verboten ist, Muttermilchersatznahrung zu bewerben, dürfen keine Musterpackungen mehr abgegeben werden. Eltern müssen also Originalpackungen kaufen, um zu probieren, was dem Baby gut bekommt. Solange ein Kind die Säuglingsmilch problemlos verträgt, sollte man dem einmal gewählten Produkt treu bleiben.
Marianne Botta Diener








