Voll durchblicken
Brillenschlange war gestern. Heute sind Sehhilfen schick. Doch bis der Augenfehler beim Kleinkind entdeckt, das richtige Modell gefunden ist, gilt es eine Menge zu beachten.
Merkwürdig, wie nah die Kleine die Nase ans Bilderbuch hält. Aber vielleicht ist das so, wenn man fünf Jahre alt ist und sich brennend für die Abenteuer von Pauli, dem Hasen, interessiert. Und dass sie Bälle nur schlecht schnappen kann, ist ja nun wirklich nicht schlimm … Bis Eltern bemerken, dass ihr Kind schlecht sieht, vergehen manchmal Jahre. Und dann vergehen noch mal Wochen, bis sie den Wust von Fragen beantwortet haben, der sich vor ihnen auftürmt. Denn obwohl jedes dritte Kind Probleme mit den Augen hat, ist die Unsicherheit bei den Eltern gross. Ein kleiner Leitfaden.
Entwicklung des Sehens
Geburt: Das Baby kann etwa 20 Zentimeter weit sehen, wenn auch unscharf. Die Pupillen reagieren bereits auf Licht, der Augapfel kann horizontal, nicht aber vertikal bewegt werden.
3 Monate: Kontraste werden wahrgenommen.
4 Monate: Das Auge lernt sich anzupassen. Das Kind kann jetzt sowohl nah als auch in die Ferne zunehmend scharf sehen.
6 Monate: Dreidimensionales Sehen entwickelt sich.
Kleinkind- und Vorschulzeit: Das Farbensehen macht rasante Fortschritte. Spätestens wenn sie in den Kindergarten gehen, sollten alle Mädchen und Jungen, auch solche ohne Auffälligkeiten, zur Seh- kontrolle bei Kinder- oder Augenarzt. Ein Sehfehler kann jetzt oftmals noch ausgeglichen werden. In dieser Phase laufen viele Kinder zeitweilig mit einem zugeklebten Auge herum, um die Angewohnheit abzugewöhnen, linkes und rechtes Auge unterschiedlich stark zu beanspruchen. Das bislang unterforderte Auge wird dadurch gezwungen zu arbeiten.
Ca. 7 Jahre: Das Sehvermögen ist komplett ausgebildet.
8–9 Jahre: Auch das Gesichtsfeld ist fast vollständig entwickelt. Erst in diesem Alter sind Kinder daher wirklich verkehrstauglich.
Caren Battaglia








