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Saubere Sache fürs Baby

Ist für Babys Kleider ein spezielles Waschmittel nötig, damit die zarte Haut keinen Schaden nimmt? Wenn ja, welches? wir eltern hat sich auf dem Markt umgeschaut –und gewaschen.


ie Haut eines neugeborenen Babys ist sehr zart und fein. Deshalb überlegen sich Eltern genau, was sie an diese Haut heranlassen sollen. Dies gilt besonders für Wäsche. Und spätestens, wenn die Werbung oder ein Muster von «Filetti» im Briefkasten liegt, auch fürs Waschmittel.

Womit sollen Babys Kleider gewaschen werden, um ja keine Hautirritationen, Allergien und Ekzeme hervorzurufen? «Vorsicht, was das Waschmittel für Babywäsche angeht, ist gut. Angst ist fehl am Platz», sagt der Dermatologe Dr. Urs Bader aus Zumikon: «Moderne Waschmittelhersteller sind sich der Problematik bewusst, viele lassen ihre Produkte dermatologisch abklären und verzichten von sich aus auf kritische Inhaltsstoffe», so Bader. Denn keiner hat ein Interesse daran, täglich von Mails und Telefonaten wegen aufgetretenen Hautreizungen überflutet zu werden.

Gut für die Haut, schlecht für die Wäsche?

«Besonders heikel können für die Haut Farbstoffe, Duftstoffe, Konservierungsmittel und Enzyme sein, aber auch optische Aufheller», sagt Marianne Kläsi, Fachdozentin für Hauswirtschaft an der pädagogischen Hochschule in Bern. Darauf zu verzichten ist wohl für die Haut gut, hat aber auch Nachteile. So werden optische Aufheller eingesetzt, um einen Grauschleier zu verhindern; Duftstoffe verhelfen zu fein riechender Wäsche im Kleiderschrank. Und Enzyme sind wichtig für die Fleckenlösung, spalten beispielsweise fett, stärke- und eiweisshaltige Essensreste so auf, dass sie einfach weggewaschen werden können. Lässt der Waschmittelhersteller all diese Stoffe aus Gründen der Hautverträglichkeit weg, leidet das Waschresultat. Dies spielt bei Säuglingen und ihrer nur wenig verschmutzen Wäsche eine weit geringere Rolle als bei Kleinkindern, die bereits Spaghetti mit Tomatensauce essen, im Gras herumtollen und im Sandkasten spielen. Zum Glück wird aber die Haut mit zunehmendem Alter etwas dicker und robuster.

Ohnehin, so der Dermatologe Bader, sei nicht jedes Kind gleich empfindlich. Eltern kommen deshalb nicht darum herum, genau hinzuschauen: «Wenn ein Kind sich bald nach dem Anziehen frisch gewaschener Wäsche zu kratzen beginnt, könnte eine Unverträglichkeit gewisser Waschmittelinhaltsstoffe dahinterstecken.» Wer auf Nummer sicher gehen will, kann Babys Wäsche mit dem extra dafür entwickelten Spezial-Waschmittel «Filetti sensitive» (oder «Miletti» von Migros) waschen, muss aber nicht. Auch diejenigen mit dem Zusatz «sensitive» sind auf Hautverträglichkeit getestet, wobei es auch bei diesen Waschmitteln Unterschiede gibt (siehe Produktebeschreibungen). So oder so – die Erfahrung zeigt, dass Eltern mit der Zeit der Einfachheit halber auf ein Waschmittel für die ganze Familie wechseln, solche mit dem Zusatz «sensitive» sind aber weiterhin zu empfehlen. Diese seien, sagt die Fachfrau für Textilpflege, Marianne Kläsi, «meistens auch viel umweltverträglicher, weil wirklich nur die Inhaltsstoffe drin sind, die es für saubere Wäsche braucht».

 

Marianne Botta Diener




Waschtipps

  • Baukastensystem: Verwenden Sie als Basis möglichst ein Farbwaschmittel mit wenig Inhaltsstoffen. Fügen Sie optische Aufheller (gegen Grauschleier, für weisse Wäsche) und Fleckenentferner nur dann bei, wenn sie wirklich nötig sind.
  • Waschkraft verstärken: Flecken lösen sich besser und die Wäsche wird insgesamt sauberer, wenn stark verschmutzte Wäsche bei höherer Temperatur gewaschen wird und wenn die Trommel nicht überfüllt ist.
  • Gründlich spülen: Waschmittel muss so gründlich wie möglich aus der Wäsche entfernt werden. Damit verschwinden auch Hautreaktionen auslösende Inhaltsstoffe. 
  • Genaue Dosierung: Sowohl unter- wie überdosiertes Waschmittel kann Probleme verursachen. Bei Unterdosierung können Kalkablagerungen, Seifenläuse (Ausflockung von Fett, Eiweiss und Schmutz) sowie Kalkseifenverkrustungen entstehen, welche Hautreizungen verursachen können. Durch Überdosierung bleiben unerwünschte Waschmittelrückstände zurück.
  • Flüssiges Waschmittel: Heute sind viele Waschmittel in flüssiger sowie pulverisierter Form erhältlich. Flüssige Waschmittel lösen sich schneller und besser im Wasser und bilden weniger Waschmittelrückstände.
  • Handwäsche: Das Waschmittel sollte zuerst gründlich im Wasser aufgelöst werden, bevor die Wäsche hinzukommt.

 
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