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Wohin mit alten Spielsachen?

So macht Platzschaffen im Kinderzimmer auch den Kleinen Spass. Wo man ausgediente Spielsachen am besten an neue Besitzer bringt.

Die Duplosteine verstauben auf dem Estrich, die sündhaft teure Chügelibahn steht seit Jahren unbeachtet in der hintersten Ecke des Kinderzimmers. Eigentlich schade, dass niemand mehr damit spielt, doch die eigenen Kinder sind aus dem Alter raus, und bis die ersten Enkel kommen, vergehen noch mindestens zwanzig Jahre. Was also tun mit all den Sachen, die keinen mehr interessieren, zum Wegwerfen aber viel zu schade sind?

Die Lösung, die von Pädagogen am ehesten das Prädikat «wertvoll» bekommt, ist ein Kinderflohmarkt, auf dem die Besitzer ihre alten Bücher und Spielsachen gleich selbst verkaufen. Solche Veranstaltungen gibt es heute fast überall: in Gemeinschafts- und Quartierzentren, in Ludotheken und Kirchgemeindehäusern, auf Dorfplätzen und sogar auf dem Bauernhof. Die Teilnahme ist meistens gratis, die Kinder müssen sich vorher auch nicht anmelden. Der «Stand» besteht häufig nur aus einer Decke, auf der die Spielsachen präsentiert werden. In der Preisgestaltung sind die kleinen Händler völlig frei. Wer zu hoch pokert, merkt das relativ schnell. Kostet das gleiche Buch an einem Stand 10 Franken, an einem anderen aber nur 2, ist klar, wer seine Waren schneller loswird. Wie an einem «richtigen» Flohmarkt versuchen findige Käufer, die Preise zu drücken. Auch Tauschhandel ist erlaubt.

Gute Übung

Die Kinder üben sich bei solchen Anlässen nicht nur in der freien Marktwirtschaft, sie lernen auch, Platz für Neues zu schaffen. Eltern sollten dem Nachwuchs möglichst freie Hand lassen in der Auswahl der Dinge, die er zum Verkauf anbieten will – solange er sich nicht an fremden Sachen vergreift oder in seinem Eifer die ganze Einrichtung des Spielzimmers zu Markte tragen will. Häufig spannen mehrere Kinder zusammen und bereiten gemeinsam einen Stand vor. In diesem Fall lernen sie auch einiges über Teamwork. Noch motivierter machen sie mit, wenn sie das verdiente Geld behalten können.

Der 11-jährige Florian ist inzwischen ein geübter Verkäufer. Vor 5 Jahren hat er zum ersten Mal an einem Flohmarkt teilgenommen – damals noch mit seinem um 4 Jahre älteren Bruder. Und was verkauft sich am besten? «Das kommt darauf an», sagt der gewiefte Fünftklässler. Mitte Juni seien seltene Panini-Bilder ein Verkaufshit gewesen. «Aber die laufen im nächsten Jahr bestimmt nicht mehr.» Am meisten eingenommen hat er vor 2 Jahren, als er sich von einigen Lego-Bausätzen trennte. «Ich habe relativ viel dafür verlangt, und alle versuchten, den Preis herunterzuhandeln.» Doch der damals 9-jährige blieb knallhart – und wurde 4 von 5 Bausätzen in der letzten Stunde zum angeschriebenen Preis los.

Mit Qualitätsware ins Internet

Eher teure und qualitativ hochstehende Spielwaren verkaufen sich auch im Internet nicht schlecht. Das Netz ist ein riesiger Handelsplatz und bietet viele Möglichkeiten, gut erhaltene Dinge loszuwerden – aber wenn Kinder das selbst tun sollen, brauchen sie zumindest am Anfang die Einwilligung und Unterstützung der Eltern. Zudem setzt die Teilnahme ein gewisses Mass an Zuverlässigkeit und Kontinuität voraus. Die Waren stehen tage- oder wochenlang zum Verkauf. Und wer sie schliesslich verkauft, ohne sie danach abzuschicken, sieht sein Pseudonym schneller gelöscht, als ihm lieb ist.

Am meisten Geld lässt sich auf einer Auktions-Plattform wie Ricardo oder Ebay herausholen. Die Anmeldung ist gratis. Das Inserieren kostet einige Rappen und wenn das Spielzeug einen Käufer findet, wird zudem eine kleine Provision fällig.

Einfacher, aber auch weniger spannend als Auktionen sind Kleininserate, die man auf Seiten wie piazza.ch oder kjiiji.ch gratis platzieren kann. Obwohl diese Seiten auch als Tauschbörsen bezeichnet werden, ist von Tauschhandel selten die Rede. Die meisten Verkäufer haben eine fixe Preisvorstellung.

Als Alternative zu Kinderflohmarkt und Internet gibt es heute fast überall eine Spielzeugbörse oder ein Brockenhaus. Viel Geld bekommt man dort in der Regel nicht, aber immerhin mehr Platz zu Hause. Gut erhalten und vollständig sollten Spiele und Spielzeug natürlich auch sein, wenn sie ohne Gewinnabsichten abgegeben werden. Ein Teddy mit abgerissenem Arm und nur noch einem Auge hat für seinen Besitzer oft einen unschätzbaren Wert, in den Augen aller anderen gehört er in den Müll. Doch von solchen Dingen will man sich ja auch selten trennen.

 

Käther Bänziger




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