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Wenn das Rad das Auto kratzt

Im hektischen Stadtverkehr ist es schnell passiert: Ein Velofahrer touchiert einen Wagen und hinterlässt Kratzer im Autoblech. Wer zahlt dann eigentlich wem was?

Das wunderbare Frühlingswetter hat dieses Jahr Velofahrer und Biker schon früh aus der Reserve gelockt. Biken ist in. Gemäss der Vereinigung der Schweizer Veloimporteure wurden 2010 nicht weniger als 350‘000 neue Velos verkauft.

Die Sattelkönige sind nicht immer zimperlich, wenn sich ihnen ein Hindernis in den Weg stellt. Schon so manches matt glänzende Autoblech hat Schäden davongetragen, weil ein Biker die gesetzliche Bestimmung, wonach Velos «rechts» fahren müssen, allzu wörtlich genommen hat. Bekannt sind Blechschäden, die von Velopedalen herrühren, namentlich an parkierten Autos.

Wer kommt für den Schaden auf, wenn ein Velopedal eine Autotür der Länge nach aufkratzt? Klare Sache: Das ist ein Fall für die Haftpflichtversicherung des Schadenverursachers. Dessen private Haftpflichtversicherung wird allerdings keinen Rappen zahlen. Als Velofahrer muss man zusätzlich versichert sein. Diese Zusatzversicherung heisst Velovignette. Sie ist des Bikers Haftpflichtversicherung.

Vignette ans Rad
Wer den Kleber im Portemonnaie oder in der Hosentasche mit sich herumträgt, gilt als nicht-versichert. Die Vignette, die einen Versicherungsschutz von bis zu 2 Millionen Franken pro Schadenereignis abdeckt, muss nämlich zwingend am Zweirad selbst angebracht werden. Die private Haftpflichtversicherung steht nur für Schäden ab 2 Millionen Franken gerade. 2012 wird die Vignetten-Pflicht abgeschafft und die private Haftpflichtversicherung wird dann auch für Schadenfälle mit dem Velo zuständig sein.

Was, wenn der geschädigte Autofahrer den Velolenker nicht stellen kann, weil dieser längst über alle Berge ist? In diesem Fall springt der Nationale Garantiefonds Schweiz in die Bresche. Allerdings gilt ein Selbstbehalt von 1000 Franken. Gespeist wird der Garantiefonds durch die Fahrzeughalter. Jeder Personenwagenbesitzer überweist beim Bezahlen der Prämie für seine Autoversicherung automatisch 3.40 Franken an den nationalen Garantiefonds.
 

Richard Eisler, comparis.ch




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