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Konsumkredite: Schnell erkauftes, teures Geld

Gerade vor Weihnachten hat die Möglichkeit des Konsums auf Pump etwas Verlockendes: Endlich eine neue Sofaecke und Urlaub mit der ganzen Familie: Kurz: Wünsche sind sofort erfüllbar, die Rechnung folgt später. Dies kann teuer werden.


Konsumkredite sind geeignet, bei fehlendem Baren Konsumwünsche innert nützlicher Frist in Erfüllung gehen zu lassen. Wer nichts oder zu wenig auf die Seite gelegt hat, kann zum Beispiel die neueste Unterhaltungselektronik, die Möblierung fürs Schlafzimmer oder eine ausgedehnte Ferienreise auf Pump finanzieren.

Die Zahlen der Zentralstelle für Kreditinformation (ZEK) zeigen, dass Konsumkredite durchaus von einem grösseren Publikum genutzt werden: Per Ende 2008 waren bei der ZEK insgesamt 477‘000 Konsumkreditverträge mit einem Volumen von annähernd 8 Milliarden Franken registriert. Der durchschnittliche Kreditbetrag belief sich auf 16‘600 Franken. Eine Mär ist übrigens, dass die Kunden der Kreditinstitute dazu neigen, Schulden mit Schulden zu bezahlen, also bestehende Kredite mit neuen Krediten zu finanzieren. Ende 2008 hatten nur 2,8 Prozent der Registrierten mehr als zwei Kreditverträge.

Nicht geeignet sind Konsumkredite, um chronische Liquiditätsengpässe zu überbrücken, Privatschulden zu begleichen oder gar fehlendes Einkommen zu ersetzen. Kreditinstitute sind keine Discounter. Schnelles Geld ist teuer. Laut Verordnung zum Konsumkreditgesetz sind die Gläubigerinstitute berechtigt, dem Schuldner bis zu 15 Prozent Zins zu verrechnen.

Ein Beispiel zeigt, dass man für den Kreditbetrag von 10‘000 Franken nach 12 Monaten locker 500 Franken Zinsen zahlen muss, nach 48 Monaten betragen die Zusatzkosten sogar schnell 2000 Franken und mehr. Es ist durchaus möglich, dass der Zins knapp ein Drittel des Kreditbetrags ausmacht! So verlockend die niedrigen Monatsraten bei langen Laufzeiten sind, merkt der Kunde oft gar nicht, wie teuer ihn dies zu stehen kommt. Gut beraten ist also, wer die Laufzeiten tief hält und die Kreditgeber und Angebote genau unter die Lupe nimmt. Die Gesamtkosten (Amortisation plus Zinsen) variieren je nach Anbieter beträchtlich.

 

Richard Eisler, Geschäftsführer comparis.ch




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