Autoversicherung: Viele zahlen zu viel
Viele Autofahrer sind müde, ihre Autoversicherung zu wechseln. Dabei birgt der kompetitive Markt der Autoversicherer hohes Sparpotenzial.
Wenns um die Autoversicherung geht, sind Schweizerinnen und Schweizer ausgesprochen wechselfaul. Letztes Jahr haben gerade mal 6 Prozent der Autofahrer einen Wechsel des Anbieters vorgenommen, wie eine repräsentative Umfrage ergeben hat. In anderen europäischen Ländern liegt die Wechselquote rund doppelt so hoch.Dieses verbreitete «Sitzenbleiben» ist unverständlich. Denn gerade im kompetitiven Markt der Autoversicherer lohnt sich ein Wechsel allemal. Vor allem die auf dem Online-Kanal angebotenen Versicherungsprodukte sind preislich sehr attraktiv. Eine breit angelegte Untersuchung, die der Internet-Vergleichsdienst comparis.ch im Sommer 2010 durchgeführt hat, zeigt: Eine günstige Versicherungsprämie war drei Jahre zuvor, also 2007, im Schnitt noch gut 20 Prozent teurer – dies bei einem vergleichbaren Risikoschutz.
«Vollkasko-Mentalität»
Finanziell schlecht fährt aber nicht nur, wer wechselunwillig ist oder mehrjährige Verträge eingeht. Zu viel zahlen auch Versicherte, die ihren Risikoschutz über Jahre unverändert lassen. Eine weitere repräsentative Umfrage hat kürzlich zu Tage gebracht, dass 5 und 6 Jahre nach Erstinverkehrssetzung ihres Fahrzeuges weiterhin 60 Prozent dieser Autohalter eine Kollisionskasko-Versicherung zahlen. Jeder dritte Autofahrer pflegt diese «Vollkasko-Mentalität» selbst dann noch, wenn sein Wagen bereits 9 oder 10 Jahre auf dem Buckel hat. Experten raten hingegen dazu, die teure Kollisionskaskoversicherung zu kündigen, wenn der Wagen 4 oder 5 Jahre alt ist. Bei einem 10-jährigen Fahrzeug lohnt sich unter Umständen selbst die Teilkaskoversicherung nicht mehr.
Für die meisten Autofahrer zahlt es sich also aus, ihren Versicherungsschutz kritisch zu hinterfragen. Autoversicherungen können – unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von 3 Monaten – in der Regel auf Ende des Versicherungsjahres gekündigt werden. Ende September besteht dazu Gelegenheit.
Richard Eisler, comparis.ch








