Nicht ohne meine Vollkasko
Wessen Fahrt in einem Schlagloch endet, muss den Schaden am eigenen Wagen selber bezahlen. Gut wer da den richtigen Versicherungsschutz geniesst.
Dieser Winter setzt den Strassen arg zu. Grosse Kälte in der Nacht und Temperaturen weit über Null tagsüber lassen Strassenbeläge zerbröseln. Gewisse Strassenzüge sind mit Schlaglöchern übersät. Und wehe, wer da hineingerät. Das Schadensbild reicht vom Platten bis zum Achsenbruch.Als Betroffener könnte man sich auf den Standpunkt stellen, dass Verkehrsteilnehmer keine Schlaglöcher in den Strassen dulden müssen. Dass also der Strasseneigentümer – je nachdem die Gemeinde, der Kanton oder der Bund – schadenersatzpflichtig wird, wenn der eigene Wagen ramponiert wurde. Dem ist aber nicht so. Nur selten ist die öffentliche Hand schadenersatzpflichtig, wenn Automobilisten wegen Schlaglöchern zu Schaden kommen. Etwa wenn tiefe Löcher im Strassenbelag monatelang nicht geflickt werden oder wenn kein Hinweisschild auf die Gefahr aufmerksam macht. Das ist aber in der Schweiz kaum je der Fall.
Eigenes Verschulden
Das Strassenverkehrsgesetz verlangt, dass die Autofahrer ihr Fahrzeug unabhängig vom Zustand der Strasse jederzeit beherrschen und unter Kontrolle halten müssen. Fazit: Man muss die Strasse hinnehmen, wie sie eben ist. Wer seinen Wagen in ein Schlagloch lenkt, ist selber schuld.
Was also, wenn die Fahrt in einem Schlagloch endet? Autofahrer, die eine Kollisionskaskoversicherung – auch Vollkaskoversicherung genannt – abgeschlossen haben, erhalten den Schaden von der Versicherung erstattet. Wer keine solche Versicherung hat, muss den Schaden aus dem eigenen Sack berappen. Im Gegensatz zur obligatorischen Autohaftpflichtversicherung, die Dritten zugefügte Schäden übernimmt, steht die Kollisionskasko für Schäden gerade, die der Automobilist seinem Fahrzeug selber zugefügt hat. Die Kollisionskasko ist freiwillig, lohnt sich aber für Besitzer von neueren Autos. Unter den Autoversicherern herrscht beinharte Konkurrenz. Autobesitzer können davon profitieren, indem sie die Angebote miteinander vergleichen und sich ein günstiges Angebot aussuchen.
Richard Eisler, comparis.ch








