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Rund ums Rad

Frühling ist Velo-Zeit!

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Refrain vom Lied «Mein Fahrrad» der Prinzen: «Jeder Popel fährt nen Opel / Jeder Affe fährt nen Ford / Jeder Blödmann fährt nen Porsche / Jeder Arsch nen Audi-Sport / Jeder Spinner fährt nen Manta / Jeder Dödel Jaguar / Nur Geniesser fahren Fahrrad - und sind immer schnell da! (Fotoquelle: iStockphoto)

Rund ums Rad

  • Für Schnäppchenjäger: Jedes Jahr finden in der Schweiz über hundert Velobörsen statt. Hier können Drahtesel und Zubehör verkauft und gekauft werden. Kalender unter www.pro-velo.ch
  • Vom 1. Juni an muss die Vignette auf dem Velo kleben. Wer ohne gültige Velovignette fährt, riskiert eine Busse von 40 Franken.
  • Veloplus führt in seinen Läden in Wetzikon ZH, Basel, Ostermundigen BE, Emmenbrücke LU und St.Gallen Reparaturkurse für Kinder, Anfänger und «Gümmeler» (darunter auch separate Kurse für Frauen) durch. Infos unter www.veloplus.ch
  • Ebenfalls unter www.veloplus.ch kann für Schulen, Vereine und Anlässe ein mobiler Bike-Fun-Park gratis ausgeliehen werden.

Drahtesel, Vintage

Ein altes Velo von guter Qualität hält oft länger als ein billiges Neuvelo. Wer ein Occasionsvelo von der Börse kauft, kann viel Geld sparen. Um Enttäuschungen oder Folgekosten zu vermeiden, müssen ein paar Punkte beachtet werden:
  • Auch an der Börse gilt: Ohne Probefahrt kein Velokauf!
  • Stimmt die Länge des Velos (Abstand Lenker/Sattel)?
  • Ist der Sattel hoch genug (die Sattelstütze muss noch ca. zeigefingerlang im Rahmen stecken)?
  • Sind Schaltung und Bremsen leicht erreichbar und mit wenig Kraft bedienbar?
  • Greifen beide Bremsen? Sind die Bremsklötze schon stark abgefahren?
  • Funktionieren Schaltung (einmal alle Gänge durchschalten) und Licht?
  • Laufen die Räder rund, ohne an den Bremsen zu streifen?
  • Sind die vorgeschriebenen Reflektoren vorhanden?
  • Sind die Reifen gepumpt und ohne Risse?
  • Sind Lenker, Schalt- und Bremshebel, Räder, Federung, Pedale und Kurbeln leicht bewegbar?
    (Quelle: Pro Velo)

Fachhandel oder Grossverteiler

Weshalb sollte man das neue Velo im Fachhandel kaufen, wenn beim Grossverteiler Zweiräder bereits ab wenigen Hundert Franken zu haben sind? Der Winterthurer Fachhändler Markus Hänni von der Fateba AG legt sich für seine Zunft mächtig ins Zeug: «Ein gutes Neuvelo hat seinen Preis, unter 700 Franken gibts auch beim Grossverteiler kaum langlebige Qualität.» Er kenne jedoch etliche Sowohl-als-auch-Kunden: «Das hochpreisige Velo für die Freizeit kaufen sie bei uns und blättern dafür schon mal mehrere Tausend Franken hin, während das ‹Bahnhofvelo› beim Grossverteiler gepostet wird.» Die wichtigsten Plus des Fachhandels:
  • Im Fachhandel kann man jedes Velo unverbindlich Probe fahren. Auch ein Velo ab Stange kann individualisiert werden; Lenker, Vorbau oder Sattel sind rasch getauscht. Das Beratungsgespräch verhindert Fehleinkäufe (nicht jedes Velo eignet sich für die Montage eines Kindersitzes oder Anhängers).
  • Billigräder werden in der Regel nur in den gängigen Rahmengrössen produziert. Wer grösser als 190 oder kleiner als 165 Zentimeter ist, wird kaum das passende Velo finden. Berühmt-berüchtigt ist die «Trockenmontage»: Die Teile werden ohne Fett verschraubt, und schon nach dem ersten Winter sitzt die Sattelstütze fest.
  • Den Fachhändler «um die Ecke» sucht man auch wegen eines defekten Lichtes auf, der Grossverteiler setzt mehr auf den mehr oder weniger talentierten Heimwerker.
  • Passgenaue Lichtkabel verhindern einen Kabelsalat, und an zu dicken Reifen streifende Schutzbleche gibts beim Fachhändler nicht. Ausserdem funktionieren Federgabeln und gefederte Sattelstützen nur, wenn sie dem Körpergewicht des Fahrers angepasst werden.

Lichtblick, der Leben rettet

Jeder siebte Unfall, bei dem ein Kind verletzt wird oder stirbt, passiert nachts. Nur wer gesehen wird, hat eine Chance im Strassenverkehr. Reflektierende Schulstreifen und Kleider gibt es zuhauf. Leider ist der Nachwuchs wählerisch und verzichtet auf den zusätzlichen Schutz, weil: «Das sieht bescheuert aus!» Dabei könnte laut Experten jeder zweite Unfall vermieden werden, wenn ein Brems- oder Ausweichmanöver eine Sekunde vorher eingeleitet worden wäre. Ein modischer Lichtblick ist die wasser- und winddichte Kinderjacke der 360-Grad-Visibility- Collection von rukka. Die Outdoor-Jacke ist ideal fürs Aprilwetter und trägt das bfu-Sicherheitszeichen. Bezugsquellen und Preise unter www.rukka.ch

Eltern stehen auf Stromer

Anfänglich galten die E-Bikes als «uncool», sie waren allenfalls tauglich für die «bestagers», die Generation sixty-something. Heute sind die Stromer die Renner. Das Durchschnittsalter der E-Bike-Fahrer hat sich drastisch verjüngt. Bürolisten, die umweltbewusst, aber schweissfrei zur Arbeit fahren wollen, haben sich ebenso dazu gesellt wie urbane Mütter und Väter, die für den Kindertransport ein praktisches Fahrzeug brauchen. 2009 sind in der Schweiz 24 000 komplette E-Bikes und 3000 Nachrüst-Motoren verkauft worden, und Kenner erwarten für 2011 eine weitere Steigerung – sie gehen davon aus, dass bis 2015 jedes dritte Velo elektrisch sein wird. Dies trotz der happigen Preise: Zwar gibt es beim Discounter No-Name-Produkte für rund 1000 Franken, aber die gängigen Markenprodukte kosten mindestens doppelt so viel. Da sind die Betriebskosten absolut vernachlässigbar: auf 100 Kilometer knapp 20 Rappen für Strom aus der Steckdose.
 

Beat W. Hollenstein


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