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Kombi gegen Van

Kombi oder Van? Diese Frage stellt sich manche junge Familie, die auf ein grösseres Auto umsteigen möchte. Wir haben beide Fahrzeugkonzepte getestet. Hier der VW Golf Variant, da der Peugeot 3008.


Kombi
Als wärs in Blech gepresste Vernunft, so schaut der Familien-Golf auch in seiner vierten Auflage aus. Doch die Wolfsburger müssen sich keine Sorgen machen, ihr frisch geliftetes Allroundtalent wird seine Käufer finden. Denn die inneren Werte des Golfs sprechen für sich: Insbesondere besticht sein Ladevolumen von 505 bis 1550 Litern, das mit leider teils kostenpflichtigen Accessoires wie Durchlademöglichkeit in der Rücksitzbank, Netztrennwand, absolut ebenem, variablem Gepäckraumboden oder Gepäckhaken bedarfsgerecht genutzt werden kann. Zudem können sich in der zweiten Reihe auch lange Bohnenstangen jenseits des Stimmbruchs nicht über Platzmangel beklagen.

Zwar versprüht das Ambiente wenig Charme, Armaturen und Bedienungselemente sind funktional, dafür ist die Verarbeitung des in Mexiko produzierten Kombis tadellos; die verwendeten Materialien sind putzlappenfreundlich. Der in unserem Testwagen arbeitende 1,4-Liter- Benziner bringt seine Leistung erstaunlich leise auf die Vorderräder, auch dann, wenn er gefordert wird. Das nennt man ein gelungenes Downsizing: Aus dem kleinvolumigen Motor kitzeln die Ingenieure 122 PS heraus; dafür wäre noch vor vielleicht zehn Jahren ein wesentlich grösseres Aggregat beziehungsweise grössere Turbo- Schub nötig gewesen. Das nützt der Umwelt und entlastet das Portemonnaie des Besitzers. Allerdings, in den hundekalten Monaten genehmigte sich unser Variant über acht Liter. Wir hoffen hier auf die warme Jahreszeit!

Fazit: Eine vierköpfige Familie ist im Golf Variant bestens aufgehoben. Allerdings, wer das Preisschild sieht, wird erstmal leer schlucken.

Motorisierung je 4 Benziner und Diesel, 105 bis 160 PS
Mix-Verbrauch 4,2 bis 6,6 Liter (Werksangaben)
CO2-Ausstoss 109 bis 151 g/km
Länge/Breite/Höhe 4,50/1,80/1,50 Meter
Ladevolumen 505 bis 1550 Liter
Preise ab Fr. 29 450.–

Van
An seinem Pilotenplatz geniesst der Peugot-3008er-Fahrer hinter der grossen, extrem flachen Scheibe das typische Van-Feeling: Aus erhöhter Sitzposition überblickt er das Verkehrsgeschehen. Allerdings kann er den restlichen Meter bis zur Schnauze bloss erahnen, und auch der Blick schräg nach hinten ist wegen der massiven Dachsäulen arg beschnitten. Der Doppel-Null-Dreier ist optisch ein Grenzgänger, will Van, SUV und Kombi in einem sein. Der Laie vermutet dahinter einen Kompromiss. Das macht ihn zwar nicht unattraktiv, trotzdem fehlt ihm das gewisse Etwas. Dafür punktet das Auto beim Platz und der Variabilität (obwohl die langsam zum Van-Standard werdende verschiebbare Rücksitzbank fehlt). Vorne geniesst man ein tolles Raumgefühl. Dem würden wohl die Beine wegen der klobigen Mittelkonsole widersprechen. Aber die können ja nicht reden. Hinten reist der Nachwuchs bequem; erst ab etwa 1 Meter 95 lässt der Dachhimmel grüssen.

Wird die Rücksitzlehne per Fernentriegelung in der Kofferraumwand schwungvoll weggeklappt, entsteht eine ebene Ladefläche, das Volumen wächst von 432 bis auf 1241 Liter. Durchdacht ist der in der Höhe verstellbare Ladeboden, die geteilte Heckklappe (ideal zum Beladen und fürs Picknick am Waldesrand). Statt Allrad besitzt dieser Grenzgänger mit Hüftspeck eine fünfstufige Traktionskontrolle, und dank Sechsgang-getriebe bleiben die Drehzahlsprünge klein. Entsprechend moderat fällt bei unserem Testwagen, dem 1,6-Liter-Turbo-Benziner mit 156 PS, der Spritverbrauch aus: ziemlich genau 8 Liter.

Fazit: Ein Familienauto aus dem Bilderbuch. Starallüren darf der Van aber erst entwickeln, wenn er 2011 als Diesel-Hybrid vorfährt.

Motorisierung je 2 Benziner und Diesel, 110 bis 156 PS
Mix-Verbrauch (Werksangaben) 5,1 bis 7,3 Liter
CO2-Ausstoss 130 bis 169 g/km
Länge/Breite/Höhe 4,37/1,84/1,64 Meter
Ladevolumen 432 bis 1241 Liter
Preise ab Fr. 28 950.–

 

wir eltern




Vorteil Kombi

  • Limousinenkomfort
  • Gute Rundumsicht
  • Niedrige, gestreckte Karosserie bedeutet weniger Luftwiderstand und
    weniger Verbrauch
  • In der Regel grösserer nutzbarer Kofferraum,
    wenn alle Sitze gebraucht werden
  • Stauraum besser geeignet für lange Gegenstände
  • Vergleichsweise stabilere Kurvenlage dank niedriger Karosserie

Vorteil Van

  • Kompakte Aussenmasse, also mehr Auto über weniger
    Grundfläche
  • Fahrzeughöhe ermöglicht Anschnallen des Nachwuchses im Kindersitz ohne grössere Verrenkungen
  • Grössere Heckklappe erleichtert Beladung mit sperrigem
    Transportgut
  • Höhere Sitzposition = mehr Übersicht
  • Grössere Fensterflächen und besseres Raumgefühl
  • Innenraum variabler

 
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