Seltsamer Name, schickes Design
Mit dem cee’d ist der südkoreanische Autoproduzent Kia endgültig in Europa angekommen. Keine Spur mehr von grauer Maus.
Erfolgreiche Autos heissen Golf (Luxussport), Corsa (tönt nach Freibeuter), Clio (Muse der Geschichtsschreibung), Panda (jöh!) ... Falls sie nicht sexy sind, gehen diese Namen zumindest leicht über die Lippen. Autobauern, denen Mut und die Fantasie fehlt, behelfen sich mit Zahlen und/oder Buchstaben. Siehe Audi, BMW, Citroën, Mazda oder Mercedes.
Aber cee’d? Kleingeschrieben und mit Apostroph? Das ist extravagant für ein Auto, das die gleiche Käuferschicht ansprechen will wie der Golf, der Astra oder der Grande Punto. Und klingt gerade so, als hätten seine Namensgeber unter Drogen gestanden.
Naja, für seinen Namen kann der cee’d wirklich nichts, und einmal abgesehen davon ist er ein vernünftiges Auto und in der Kombiversion, dem Sporty Wagon (Foto), ein Familienfreund obendrein. Nach intensiven Testtagen lässt sich sagen: Der Südkoreaner hat das Zeug, die Platzhirsche auf den hiesigen Strassen das Fürchten zu lehren.
Der Kombi ist eine Augenweide – bis hin zum modischen z-förmigen hinteren Dachpfosten, der allerdings die Sicht (schräg) nach hinten arg beeinträchtigt. Mit dem cee’d ist der sechstgrösste Autohersteller der Welt nicht nur designmässig endgültig in Europa angekommen – das Fahrzeug wird auch auf dem Alten Kontinent gebaut, im slowakischen Zilina. Auch innen ist der cee’d keine graue Maus mehr, wie es bei
Autos aus Südkorea noch vor Kurzem die Regel war. Alles wirkt elegant, gut durchdacht, Materialien und Verarbeitung sind tipptopp.
Auf 4,5 Meter Länge findet alles Platz, was die verwöhnte vier- und etwas weniger anspruchsvolle fünfköpfige Familie für die Ferien in den Bergen oder am Meer benötigt. Zudem ist eine Dachreling für Trägersysteme (für Skis, Velos, Dachboxen usw.) serienmässig vorhanden. Die hinteren Sitze lassen sich mit wenigen Handgriffen versenken, sodass eine ebene Ladefläche entsteht. Der Abklappmechanismus macht allerdings keinen allzu robusten Eindruck, und ausserdem müssen die Vordersitze ungemütlich weit nach vorn gerückt werden, um hinten den nötigen Platz zu schaffen.
Beim cee’d wurde nicht gespart mit allerlei technischen und elektronischen Gimmicks, die das Fahrvergnügen heben sollen. Erwähnt seien etwa die automatische Klimaanlage, das Handschuhfach mit Kühlfunktion, die Sitzheizung vorn, Frontscheibenwischer mit Regensensor, wasserabweisende vordere Seitenscheiben (je nach Ausstattungsvariante). Dazu kommen die klassenüblichen Sicherheitsfeatures, wobei dem homo familiensis der Sitzgurtwarner für alle Plätze speziell ins Auge sticht.
Unser Testwagen war mit einem 2-Liter-Benziner mit 143 PS ausgerüstet. Damit lassen sich sportliche Ambitionen ausleben. Doch auch der gefilterte 1,6-Liter-Selbstzünder verleiht dem 1300 Kilo schweren cee’d Sporty Wagon ausreichend Vorschub: 0 auf Tempo 100 in 11,7 Sekunden. Dabei genehmigt er sich im Schnitt weniger als 5 Liter Diesel auf 100 Kilometer, was Portemonnaie und Umwelt schont.
Fazit: schick und familientauglich.
wir eltern




