Wie gesund sind «Gesundheitswässerli»?
Near Water nennt man die derzeitigen Trendgetränke. Wie es der Name sagt, sind sie «nahe beim Wasser» und gelten deshalb gerade auch bei Eltern als gesunde Alternativen zu den sonstigen Süssgetränken. Wir haben für Sie getestet.
Ein Kind sollte je nach Alter zwischen 8 dl und 1,5 Liter täglich trinken. Und Wasser wäre das weitaus gesündeste, billigste und schnellstzubereitete Getränk. Es macht nicht dick, verursacht keinen Karies und versorgt den Körper mit der notwendigen Flüssigkeit. Doch manche Kinder greifen nur bei süssen Getränken wie Cola und Eistee gerne und ausgiebig zum Becher, während sie Wasser nach ein paar Schlucken stehen lassen. Inzwischen gibt es jedoch eine stattliche Auswahl an «Gesundheitswässerli» auf dem Markt, die so genannten Near Water. Für manche Eltern eine gute Alternative zu den sonstigen Süssgetränken. Diese Getränkesparte wächst denn auch im Gegensatz zum sonstigen Getränkemarkt rasant. Near Water sind Mineral-, Quell-, Heil oder Tafelwasser mit einem kleinen Anteil Fruchtsaft oder Kräuterextrakten. Gesüsst wird mit Zucker (2 bis 4,7 g pro dl), Süssstoffen oder Birnendicksaft. Manchmal haben die Getränke einen Zusatz von Vitaminen wie B6, B12, Biotin, Niacin, Pantothensäure, Folsäure oder Ascorbinsäure sowie Mineralstoffen, wie Calcium, Kalium und Magnesium.
Weniger Zucker
Der Zuckeranteil ist gegenüber normalen Softdrinks wie Cola oder Sprite deutlich tiefer, die Getränke wirken allein von der Etikette her gesünder und natürlicher und werden von Kindern doch gegenüber Wasser bevorzugt. Im Unterschied zu reinem Wasser muss ein solcher Mix aber manchmal mit Konservierungsstoffen haltbar gemacht werden.
Auf den meisten Flaschen sind Früchte abgebildet. Doch wer genau hinschaut, erkennt, dass der Fruchtsaftanteil nirgendwo höher ist als 7 Prozent («Volvic Touché de fruits»). Den meisten Getränken werden künstliche Aromen zugesetzt.
Kein gesundheitlicher Nutzen
Laut Werbung verwöhnen die Getränke nicht nur die Figur, sondern auch Körper und Seele. «Trotzdem bringen die diversen Zusätze keinen wirklichen Wellness- und Fitnessnutzen. Near Water ist ganz einfach ein kalorienarmes Erfrischungsgetränk», sagt Caroline Bernet, Ernährungsberaterin bei der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung. Ausserdem greifen auch sie die Zähne an, weil sie Zucker und Säuren enthalten
Fazit: Mit Wasser oder – wenn etwas Geschmack sein muss – mit einem Früchtetee, gemischt mit wenig Fruchtsaft, ist man billiger und oft besser bedient. Und erst noch ganz ohne Zucker, künstliche Süssstoffe, Aromen und Konservierungsstoffe. Im Vergleich zu Softdrinks hingegen sind die Trendgetränke eindeutig die bessere Wahl.
Marianne Botta Diener








