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Schwangerschaft

Die Leiden der Schwangerschaft

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Die wenigsten Frauen kommen beschwerdefrei durch die Schwangerschaft. Hier sind die besten Tipps gegen gängige Leiden. Der Artikel entstand mit fachärztlicher Beratung von Dr. Gundula Hebisch.

Übelkeit

Vielen Schwangeren ist übel. Einigen wird bei bestimmten Gerüchen schlecht, andere vertragen plötzlich den Kaffee, das Buttergipfeli oder die Lieblingsschokolade nicht mehr. Im schlimmsten Fall muss die Schwangere schon vor dem Frühstück erbrechen. Ein kleiner Trost: Übelkeit senkt das Abortrisiko und nach drei Monaten ist sie bei den meisten vorbei.

Tipps: Ein Wundermittel gibt es nicht. Trinken Sie vor dem Aufstehen eine Tasse gesüssten Tee, essen Sie einen Zwieback oder einen Apfel, den Sie sich schon am Vorabend bereitstellen. Meiden Sie schwer verdauliche, fettige Speisen. Trinken Sie viel. Manchen Frauen hilft Homöopathie, Akupunktur oder Akupressur. Auch Ingwer- oder Vitamin-B6-Präparate können bei Übelkeit helfen – ohne negative Auswirkungen für das Baby und den weiteren Verlauf der Schwangerschaft. Wenden Sie sich dafür an Ihre Ärztin oder Hebamme.

Extreme Müdigkeit

Ein sehr häufiges Symptom in den ersten acht bis zehn Wochen der Schwangerschaft. Bei den meisten Frauen lässt die Müdigkeit um die 12. Woche herum nach.

Tipps: Sorgen Sie dafür, dass Sie häufig kleine Pausen machen können. Auch ein Mittagsschläfchen spendet neue Energie.

Blasen- und Nierenentzündungen

Weil sich in der Schwangerschaft hormonell bedingt auch die Harnwegsmuskulatur entspannt, treten Blasen- oder Nierenbeckenentzündungen öfter auf. Besonders häufig sind sie im letzten Drittel der Schwangerschaft, da die Blase wegen Platzmangel oft nicht ganz entleert werden kann und sich im Restharn Keime schnell vermehren. Harnwegsbeschwerden müssen schnellstmöglich behandelt werden, sonst besteht die Gefahr einer Fehl- oder Frühgeburt.

Tipps: Viel trinken, auch Blasentee oder Cranberrysaft, aber keine Zitrussäfte oder Kaffee. Unterwäsche aus Baumwolle oder reiner Seide tragen, regelmässig Wasser lassen, zuckerreiche Kost meiden.

Rückenschmerzen

Gelenke und Bänder sind durch die Schwangerschaftshormone gelockert und können Belastungen weniger gut entgegenwirken. Der wachsende Bauch führt zudem zu einer Haltungsveränderung. Manchmal liegt auch das Kind ungünstig und drückt auf den Ischiasnerv.

Tipps: Entlasten Sie den Rücken, indem Sie den Oberkörper immer gerade halten und beim Bücken in die Hocke gehen. Bei akuten Beschwerden können eine Wärmeflasche, ein entspannendes Bad oder eine Massage helfen. Auch Bewegung tut gut: spezielle Rückengymnastik, Yoga für Schwangere oder Schwimmen.

Krampfadern

Weil die Venen durch die Hormonumstellung erweitert sind und die Gebärmutter auf die Beckenvenen drückt, ist die Blutzirkulation beeinträchtigt. Bei einer Veranlagung zur Bindegewebsschwäche bilden sich häufig Krampfadern in den Beinen oder im Scheidenbereich, die Venenentzündungen und Thrombosen nach sich ziehen können.

Tipps: Tragen Sie Kompressionsstrümpfe, die Sie am besten morgens noch im Liegen anziehen. Bequeme Schuhe sind hohen Absätzen oder engen Stiefeln vorzuziehen. Meiden Sie häufiges und längeres Stehen und bewegen Sie sich regelmässig; gehen Sie zwischendurch ein wenig auf Zehenspitzen. Beim Sitzen so oft wie möglich die Füsse hochlegen. Liegen ist besser als Sitzen. Vorbeugend gegen Krampfadern wirken kaltes Wasser, leichte Bürstenmassagen zum Herz und kühlende Salben mit venenaktiven Wirkstoffen wie Rosskastanie. Übrigens: Krampfadern, die erst in der Schwangerschaft auftreten, verschwinden meist nach dem Abstillen.

Sodbrennen

Weil die wachsende Gebärmutter auf den Magen drückt und dieser nun nicht mehr schräg, sondern quer im Bauchraum liegt, tritt häufig Sodbrennen auf.

Tipps: Meiden Sie stark gewürzte und fettige Speisen, zu viel Süsses, aber auch Schwarztee, Kaffee, Nikotin und Alkohol. Neutralisierend bei akuten Beschwerden wirken Milch, Fencheltee, trockenes Brot oder Zwieback, Mandeln, Haselnüsse, trockene Haferflocken. Nehmen Sie mehrere kleine Mahlzeiten ein statt wenige üppige, essen Sie langsam und kauen Sie gründlich.

Verstopfung Die Verlangsamung der Darmtätigkeit in der Schwangerschaft hat ihren Sinn: Passiert die Nahrung den Darm langsamer, gelangen mehr Nährstoffe zum Kind. Dies führt jedoch oft zu Verstopfung. Liegen vier oder mehr Tage zwischen jedem Stuhlgang, sollten Sie etwas dagegen unternehmen; auch um Hämorrhoiden zu vermeiden.

Tipps: Achten Sie auf ballaststoffreiche, naturbelassene Kost, meiden Sie Schokolade, Bananen, Reis, Weissmehlprodukte. Mischen Sie pflanzliche Quellmittel wie Weizenkleie oder geschrotete Leinsamen in ein Joghurt. Flohsamen gibt es als Fertigpräparat und hat die gleiche Wirkung. Unbedingt viel trinken und sich ausreichend bewegen.

Hämorrhoiden

Hämorrhoiden (Krampfadern im Afterbereich) sind schmerzhaft und jucken unangenehm. Sie entstehen oft bei hartnäckiger Verstopfung gegen Ende der Schwangerschaft, wenn das wachsende Baby auf den Darmausgang drückt. Kurz nach der Schwangerschaft verschwinden die Gefässknoten meist wieder.

Tipps: Vermeiden Sie Verstopfung. Verhindern Sie schweres Heben oder Pressen. Bei starkem Juckreiz helfen Sitzbäder. Wichtig ist die gründliche Reinigung des Analbereiches bei jedem Stuhlgang, meiden Sie jedoch feuchte Toilettentücher mit chemischen Zusätzen.

Wassereinlagerungen, Ödeme

Wegen Wassereinlagerungen leiden viele Frauen gegen Ende der Schwangerschaft unter geschwollenen Beinen und Füssen. Diese Ödeme müssen behandelt werden, da sie der Beginn einer gefährlichen Schwangerschaftsvergiftung für Mutter und Kind sein können.

Tipps: Vermeiden Sie langes Stehen, gönnen Sie sich Ruhe und legen Sie die Beine hoch. Gehen Sie schwimmen, spazieren, Rad fahren. Tragen Sie Stützstrümpfe. Trinken Sie viel Kräutertee und achten Sie auf Ihr Gewicht.

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