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Fingerfood statt Brei

Kleinkind isst Fingerfood

Fertig mit Milch. Und jetzt? Unsere Bloggerin Claudia Joller versucht es bei ihrem Baby mit Fingerfood statt Brei.

Am Anfang ist alles einfach: Wenn das Baby Hunger hat, wird es gestillt oder geschöppelt. Milch ist die Nahrung erster Wahl, etwas anderes brauchen kleine Babys nicht. Als unsere Kleine knapp vier Monate alt war, habe ich mich mit Breikochbüchern, Warmhaltetellern und allen möglichen Infos zur Breiernährung eingedeckt. Freudig habe ich dem ersten Brei entgegengefiebert – und nach den ersten Anzeichen für «Beikost-Reife» ein Kilogramm Rüebli gekocht, püriert und in Portionen eingefroren. Los gehts! Schliesslich muss Mami nach sechs Monaten wieder Teilzeit arbeiten und bis dahin möglichst viele Stillmahlzeiten ersetzt haben. Oder?

Mein Plan war genial, nur die Umsetzung... Die kleine Lady hat erst mal das Gesicht verzogen. Den altbewährten Karotten-Kartoffeln-Fahrplan konnten wir mitsamt den Rüebli-Resten in die Tonne treten. Hilfe, mein Baby isst nicht! Was nun? Am besten Google fragen. Nach ausgiebiger Recherche bin ich auf das Konzept «Baby Led Weaning» www.baby-led-weaning.de gestossen – vom Baby geleitetes Abstillen. Das funktioniert ganz einfach: Das Baby isst am Tisch mit. Ungesalzenes Fingerfood in Form von weichgekochten Broccoli-Röschen, Rüeblisticks, Kartoffelstängeli oder Teigwaren. Einfach alles, was in eine Babyfaust passt und abgenagt werden kann. Wichtig dabei: Das Kind muss aufrecht sitzen können, ansonsten besteht Verschluckungsgefahr. Der Haken? Am Anfang landet kaum etwas im Magen. Dafür aber am Boden. Soviel also zum Thema «Mahlzeiten ersetzen». Aber das Konzept heisst ja auch «Baby Led Weaning» und nicht «Mama Led Weaning».

Inzwischen sind wir bei einer Mischung aus Brei und Fingerfood angelangt. Das Ersetzen von Mahlzeiten haben wir gestrichen, denn – so habe ich gelernt – (Mutter-)Milch ist im ersten Lebensjahr die wichtigste Nahrungsquelle für Babys.

Die Kleine kann nun verschiedene Früchte, Gemüse und Beilagen in ihrer ursprünglichen Form kennenlernen und das in ihrem Tempo. Denn sind wir ehrlich: pürierter Broccoli und pürierte Erbsen sehen ziemlich gleich aus, nicht? Wie soll ein Baby da unser Essen kennenlernen?

Der langen Rede kurzer Sinn: unwissend habe ich erst nicht hinterfragt, was «man halt so macht». Wie so oft beim ersten Kind probiert man aus und wird eines besseren belehrt. Ich war überzeugt, dass ich spätestens mit sechs Monaten abgestillt habe. Aber auch da ist kein Ende in Sicht. So wie das Baby sich in unserer Welt zurechtzufinden lernt, lernen wir als Eltern die Welt der Babys kennen. Eine Reise, von der ich keine Sekunde missen möchte.

Wie ernährt ihr eure Babys? Brei, Fingerfood, nur Milch?

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