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Schwangerschaft - Woche für Woche

10. Woche

Titelbild: 10. Woche

Sie sind nun seit 10 Wochen schwanger. Fühlen Sie schon eine tiefe Verbindung zu Ihrem Baby oder ist alles noch ein wenig fremd, ungewohnt und ein kleines bisschen beängstigend?

Die Bilder des Früh-Ultraschalls in der 10. Woche zeigen ein kleines Wesen mit Ärmchen und Beinchen - so viel sehen auch Laien und gerührte werdende Mamas und Papas. Für geschulte Fachleute ist natürlich schon ganz viel mehr sichtbar. Die Aufnahme entstand in der Praxis Gyné am See in Küsnacht ZH.


Grösse und Gewicht

Grösse des Fötus: 25-33 mm

Gewicht: 14-15 Gramm

Ihr Baby

Verglichen mit seinem Körper ist der Kopf des Fötus noch sehr gross. Die Ausbildung der Geschmacksnerven beginnt. Wie sich der Geschmackssinn entwickelt und was die Ernährung der Mutter während der Schwangerschaft mit den späteren kulinarischen Vorlieben des Kindes zu tun hat, lesen Sie hier im Detail. Die Anlagen für alle 20 Milchzähne sind zu erkennen, allerdings noch undeutlich. Am Kopf sind die Ansätze der Ohrmuscheln erkennbar. Männliche Föten produzieren jetzt das männliche Hormon Testosteron. In diesen Tagen beginnt der Fötus Atemmuskulatur und -funktion zu trainieren; im Ultraschall sind regelmässige Atembewegungen zu erkennen. Dieses frühe Üben hat seinen Grund: Atmen ist etwas sehr Komplexes. Und vom Moment der Geburt an, bei der Durchtrennung der Nabelschnur, muss das Neugeborene selbstständig atmen können.

Vorgeburtliche Tests

Die Entscheidung für oder gegen die vorgeburtliche Diagnostik ist schwierig und soll gut überlegt werden. Ältere Frauen haben ein leicht erhöhtes Risiko, dass ihr Kind mit einer Chromosomenstörung wie Trisomie 21, 18 oder 13 auf die Welt kommt. Doch auch jüngere Schwangere müssen sich Gedanken darüber machen, wie viel sie schon in der Schwangerschaft über ihr ungeborenes Kind wissen wollen. Die modernen technischen Möglichkeiten wie Ultraschall oder nicht-invasive Bluttests können viele angeborene Erkrankungen - oder ein erhöhtes Risiko dafür - feststellen, ohne den Fötus zu gefährden. Werden Auffälligkeiten gefunden oder wird eine Diagnose gestellt, müssen sich die Eltern mit der Entscheidung für oder gegen einen Abort auseinandersetzen.

Wie viel Pränataldiagnostik soll es sein? Wer heute schwanger ist, kommt um diese Frage nicht mehr herum. Wichtig bei der Entscheidung pro oder kontra Pränataldiagnostik istt: Keine Untersuchung kann Ihnen eine Garantie geben, dass Sie ein gesundes bzw. nicht behindertes Kind bekommen. Sie sind nicht verpflichtet, pränatale Untersuchungen vornehmen zu lassen. Sie haben ein Recht auf Nichtwissen. Die allermeisten Kinder kommen gesund zur Welt.

Wichtig

Lassen Sie sich bereits vor dem ersten Ultraschall-Screening im Detail über die Chancen und Risiken der pränatalen Diagnostik aufklären. Denn zur Pränataldiagnostik gehören nicht nur nicht-invasive und invasive Tests, sondern auch der Ultraschall.

Und übrigens: Nur weil es immer mehr Möglichkeiten in der pränatalen Diagnostik gibt, heisst das nicht, dass diese beansprucht werden müssen. Lesen Sie zu diesem Thema das Interview «Es gibt ein Recht auf Nichtwissen» mit Medizinrechtlerin Andrea Büchler.


Folgende Tests sind jetzt möglich:

Ultraschall (Sonografie)

Wann Routineuntersuchung zwischen der 10. und 12. Schwangerschaftswoche (SSW) und zwischen der 20. und 23.SSW.

Was 1. Ultraschall: Geburtstermin festlegen, kontrollieren, ob eine Eileiter- oder Mehrlingsschwangerschaft vorliegt. Nach Zeichen für eine Chromosomenstörung suchen. Grobe Organdiagnostik des Fetus. 2. Ultraschall: Wachstum und Details der fetalen Organe kontrollieren, Lage der Plazenta und Fruchtwassermenge prüfen.

Zuverlässigkeit Hängt von den Fähigkeiten der Untersuchungsperson, von den Untersuchungsbedingungen (eingeschränkt bei Übergewicht, Voroperationen im Bauchbereich) sowie von der Qualität des Geräts ab.

Kosten Krankenkasse zahlt zwei Untersuchungen über die Grundversicherung, weitere Untersuchungen nur, wenn diese medizinisch indiziert sind.


3D/4D-Ultraschall

Wann Keine Routineuntersuchung, nur wenn eine im normalen Ultraschall entdeckte Auffälligkeit genauer untersucht werden muss.

Was Ermöglicht die räumliche Darstellung des ungeborenen Kindes. Gesichtszüge und der Körper werden plastisch abgebildet. Organe des Fetus können in allen Ebenen detailliert dargestellt werden. Mit der 4D-Technik lassen sich die Bilder zusätzlich bewegen.

Kosten Krankenkasse bezahlt, wenn Untersuchung medizinisch begründet.


Nicht-Invasiver Bluttest (NIPT)

Wann Ab der 10. SSW.

Was Der Mutter wird Blut entnommen, die kindliche DNA kann auf Folgendes getestet werden: Trisomie 21 (Down Syndrom), Trisomie 18 (Edwards-Syndrom), Trisomie 13 (Pätau-Syndrom), Fehlverteilungen der Geschlechtschromosomen X und Y (Klinefelter-, Turner-, Triple X- und XYY-Syndrom), Triploidie (verdreifachter Chromonosomensatz, nicht bei allen Tests möglich) sowie wenn erwünscht auf die fünf häufigsten Mikrodeletionssyndrome (DiGeorge-Syndrom, Prader Will-Syndrom, Angelmann-Syndrom, 1p36 Deletionssyndrom, Cri-du Chat-Syndrom). Testresultate liegen innert 4 - 10 Tagen vor. Je nach verwendetem Test kann nicht auf alle Erkrankungen untersucht werden. Nicht alle Tests können bei Zwillingsschwangerschaften oder stattgehabter Eizellspende angewendet werden.

Zuverlässigkeit : Entdeckungsrate abhängig von der zu untersuchenden Erkrankung (Trisomie 21 ca. 99 %, Trisomie 18 ca. 98 %, Trisomie 13 ca. 84 %, die Entdeckungsrate seltener Erkrankungen und auch der Mikrodeletionssyndrome ist tiefer). Kann in wenigen Fällen zu Fehlalarm führen. Bei ca. 4 % der Proben kann aufgrund mangelnder Anzahl von fetalen DNA oder mangelnder Qualität der untersuchten Chromosomenfragmente kein Ergebnis erzielt werden.

Kosten Ab 1. Juli 2017 wird der Tarif für nicht-invasive pränatale Tests, welche von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP, Grundversicherung) vergütet werden, gesenkt. Neu kosten diese Bluttests noch rund 800 Franken. Die Grundversicherung zahlt, wenn der Ersttrimester-Test ein mittleres bis hohes Risiko (1:1000 oder höher) für Trisomie ergeben hat. Das Mikrodeletionsscreening wird nicht übernommen.


Ihr Körper

Munter schwimmt das Baby in der Fruchtblase, einem mit Fruchtwasser gefüllten Sack aus Eihäuten. Dieser wird in den nächsten sechs Monaten seine Behausung sein, die es sowohl vor dem Austrocknen als auch vor Stössen von aussen schützt. Fruchtwasser ist leicht süsslich. Fachleute meinen, dass Babys deshalb nach der Geburt süsse Getränke und Nahrung am liebsten haben. Die normale Fruchtwassermenge liegt jetzt bei ca. 30 ml.

Denken Sie daran

• Ihr Kind isst mit. Je gesünder Sie sich ernähren, desto besser für das Kind.

• Viel Gemüse, Salat und Früchte, Vollkorn- und Milchprodukte, Fisch, Fleisch und hochwertige pflanzliche Öle sorgen für eine ausgewogene Ernährung.

• Zurückhaltung bei Süssigkeiten! Sie belasten den Blutzuckerspiegel, und die Gefahr einer zu grossen Gewichtszunahme während der Schwangerschaft wird dadurch erhöht.

• Ideal ist eine Zunahme von 12-15 kg bis Ende der Schwangerschaft. Masshalten bei Kaffee, Cola, grünem Tee etc. – 2-3 Tassen oder Gläser sind erlaubt.

• Wie viel, wie oft...? Eine Übersicht über empfohlene Mengen von Nahrungsmitteln während der Schwangerschaft gibt Ihnen auch der Artikel «Ernährung während der Schwangerschaft».

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